
Perdue — I. The Lost One
Ein Suchgebet in neun Bildern: Rauch, einfahrender Zug, eine Stadt, die zur Wasserfläche wird. Am Ende tritt die gesuchte Person aus dem Dunkel des Treppenhauses — nicht als Bild, sondern als Gespräch.
Reza Tajiki
Sechs Kurzfilme, fotografierte Zustände und Texte, die dieselbe Suche führen. Der Rahmen ist der erste Darsteller — Format folgt dem Blick.

Ein Suchgebet in neun Bildern: Rauch, einfahrender Zug, eine Stadt, die zur Wasserfläche wird. Am Ende tritt die gesuchte Person aus dem Dunkel des Treppenhauses — nicht als Bild, sondern als Gespräch.

Eine Flâneuse durch Erinnerungsarchitektur: Kolonnaden, Brunnen, Reliefs, eine Wassergrotte. Im Schattenspiel tritt die Figur aus dem Bild und überlässt ihre Erzählung dem Abdruck.

Der Titel leugnet die Hauptfigur: Sie ist selbst eine der Vorüberlaufenden. Der Zeitraffer-Mond setzt einen kosmischen Standpunkt, das violette Finale die radikalste Geste des Films.

Ein visueller Essay über Erinnerung und harte Wirklichkeit — über gute und schlechte Gefühle, die bleiben. Der einzige direkte Blickkontakt im ganzen Œuvre: die Frau mit Maske im fahrenden Zug.

See und Fabrik in Wechselmontage — Systole und Diastole derselben Person. Dazwischen neunzig ungeschnittene Sekunden, in denen die Kamera stillhält und die Wünsche in Untertiteln aufgelistet werden.

Der Film ist der praktische Teil meiner Bachelorarbeit — der theoretische Teil untersucht, wie die Bildsprache Gaspar Noés den Aufmerksamkeitszustand der Zuschauer fordert. Marie schreibt ein Drehbuch, und die Kamera übernimmt die Rolle ihrer Gedanken: Erst in der Wohnung wird klar, dass die Geschichte bis dahin Maries Fiktion war.