Reza Tajiki
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Handykamera gedreht. Die Kamera ist dabei nicht nur Beobachter, sondern ein emotionaler Körper: Ihre Bewegung verdreht die Orientierung, kippt den Raum und macht Desorientierung spürbar als würde die Wirklichkeit kurz aus der Achse geraten. Die Bildsprache ist u. a. inspiriert von der radikalen, körpernahen Kameraführung, wie man sie aus Filmen von Gaspar Noé kennt: nicht als Kopie, sondern als Impuls für eine eigene visuelle Haltung, in der Perspektive, Unruhe und Nähe Teil der Erzählung werden.
Die Kamera ist nicht nur Beobachter, sondern ein emotionaler Körper: Ihre Bewegung verdreht die Orientierung, kippt den Raum und macht Desorientierung spürbar.
Der Film ist der praktische Teil meiner Bachelorarbeit — der theoretische Teil untersucht, wie die Bildsprache Gaspar Noés den Aufmerksamkeitszustand der Zuschauer fordert. Marie schreibt ein Drehbuch, und die Kamera übernimmt die Rolle ihrer Gedanken: Alles, was zu sehen ist, spielt sich in ihrem Kopf ab. Erst in der Wohnung wird klar, dass die Geschichte bis dahin Maries Fiktion war, und in der Bar, dass sie sich und Lena in ihrer eigenen Erzählung wiedergefunden hat.
Deshalb schwebende Kamerafahrten statt fester Einstellungen, verschwommene Bilder und undeutlicher Ton — Gedanken sind nie klar. Zwischen den Szenen liegen schwarze Pausen, die dem Moment ähneln, in dem ein Blick von einer Sache zur nächsten wandert. Gedreht wurde bewusst mit Handykamera und Gimbal: leicht genug, um die Bewegung selbst zu führen.


