Freiheit

Wie kann man sich selbst im Anderen sehen und den Anderen in sich ohne zu verschwinden?

Manchmal stelle ich mir vor, ich gehe durch deine Augen wie durch eine Stadt bei Nacht.

Nasses Pflaster. Kalte Luft. Ein paar Laternen, die flackern. Reflexe in Schaufenstern.

Ich gehe langsam, damit mir nichts entgeht. Als könnte ich mich verlaufen, wenn ich zu schnell werde.

Ich will bis an den Rand deines Herzens nicht um dort etwas zu nehmen, sondern um dort sein zu dürfen. Und ich will diese Frage nicht mehr hören, die in mir kratzt: Ob irgendjemand dich je so gesehen hat. So still. So genau.

Ich wünschte, ich könnte dir deine Schönheit zeigen, wie ich sie sehe:

nicht als Satz, sondern als Licht, das auf dir bleibt.

Du warst meine Muse.

Nicht als Etikett als Impuls: die Welt wieder anders zu betrachten.

Als würdest du in mir einen Schalter umlegen, damit das Grau kurz zurückweicht.

Und dann ist es bitter, wie Menschen Abstand wählen.

Wie sie sich schützen, als wäre Nähe gefährlich obwohl sie manchmal das Schönste ist:

dieser seltene Moment, in dem man nicht kämpfen muss, nicht erklären, nicht spielen.

Vielleicht ist Freiheit genau das: sich nah sein zu können ohne sich zu verlieren.