Aus der Szene
In diesen Tagen nehme ich alles, was ich bin, und gehe los.
Nicht spazieren eher fliehen. Schritt für Schritt, als könnte Bewegung verhindern, dass in mir etwas stehen bleibt.
Die Stadt läuft an mir vorbei: Ampeln, Schaufenster, Gesichter, die mich nicht kennen. Ich biege ab, ohne zu entscheiden. Folge Straßen, als hätten sie einen Plan. Irgendwann stehe ich an einer Kreuzung, ziehe das Handy aus der Tasche, schaue auf die Karte und merke, dass mir selbst die blauen Linien nichts sagen.
Ich weiß nicht, wo ich bin.
Nicht nur hier draußen. Auch in mir.
In diesen Tagen erkenne ich mich selbst kaum.
Als wäre mein Name nur noch ein Geräusch.
Als würde mein Spiegelbild zu jemandem gehören, der früher mal hier war.
Ich gehe weiter. U-Bahn-Luft steigt aus einem Eingang hoch, warm und metallisch, und für einen Moment denke ich, ich könnte dort unten verschwinden und neu auftauchen. Als müsste ich mich irgendwo in dieser Stadt wiederfinden zwischen Stationen, Laternenlicht und kalter Luft in einem Moment, der mich kurz anhält und sagt: „Da bist du.“
Denn manchmal fühlt es sich an, als hätte ich mich zusammen mit ihr verlassen.
Als wäre ein Teil von mir mitgegangen und ich laufe jetzt durch Berlin, um ihn einzuholen.